14.03.2018

Stellungnahme der ASF Münster und weiterer Unterstützerinnen zur Diskussion um den §219a

Wir fordern die unverzügliche Streichung des §219a!
Frauen, die vor der Entscheidung stehen, eine Schwangerschaft abzubrechen, müssen die Möglichkeit haben, sich umfassend und sachlich über den Abbruch zu informieren. Und zwar unabhängig von den Gründen, die zu dieser Entscheidung führen. Damit verbunden ist nicht nur die Aufklärung über den medizinischen Eingriff, sondern auch das Wissen darum, welche Ärztin bzw. welcher Arzt einen Abbruch vornimmt. Nur dadurch kann das Recht auf freie Wahl einer Ärztin bzw. eines Arztes gewährleistet werden.

Ärztinnen und Ärzte dürfen nicht länger kriminalisiert werden, wenn sie Frauen diese Informationen zukommen lassen. Der Hinweis auf der Internetseite, dass ein Schwangerschaftsabbruch in der eigenen Praxis möglich ist, darf nicht dazu führen, dass Ärztinnen und Ärzte eine Klage und eine damit einhergehende Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren fürchten müssen.

Der §219a ist anachronistisch. Schon 2007 hat das Bundesverfassungsgericht geurteilt: "Wenn die Rechtsordnung Wege zur Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen durch Ärzte eröffnet, muss es dem Arzt auch ohne negative Folgen für ihn möglich sein, darauf hinzuweisen, dass Patientinnen seine Dienste in Anspruch nehmen können." Dieses Urteil muss endlich umgesetzt werden.

Wir fordern deswegen die Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles sowie alle Mitglieder der SPD Bundestagsfraktion auf, sich für die Streichung des §219a einzusetzen und den bereits vorliegenden Antrag dazu wie geplant einzubringen. Das aktuelle Vorgehen ist beschämend und für viele Frauen sowie für Ärztinnen und Ärzte im ganzen Land ein herber Rückschlag. Wir dürfen uns nicht erneut den reaktionären Kräften in der CDU/CSU beugen. Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche Gesellschaft überwinden. Lassen wir den Worten Taten folgen.

Unterzeichnerinnen

Vorstand der ASF-Münster, namentlich:

Franziska Kaiser (Vorsitzende)
Susanne Eiynck-Smith
Doris Feldmann
Marianne Hopmann
Cornelia Jäger
Beate Kretzschmar
Gerda Scheidgen-Kleyboldt
Gertrud Sparding

Weitere Erstunterzeichnerinnen:

Anneka Beck, Frauenbeauftragte Unterbezirk Münster
Lena-Rosa Beste, stellvertretende Vorsitzende Unterbezirk Münster
Beanka Ganser
Anna Hullermann, stellvertretende Vorsitzende der Jusos Münster
Lia Kirsch, stellvertretende Vorsitzende der Jusos Münster
Katharina Köhnke, Mitglied im Rat der Stadt Münster
Anne Schulze Wintzler, Frauenpolitische Sprecherin der SPD Ratsfraktion Münster
Charlotte Sonneborn, Gleichstellungsbeauftragte der Jusos Münster
Brigitte Strässer
Maria Winkel, sozialpolitische Sprecherin der SPD Ratsfraktion Münster
Christel Zeisler

Weitere Unterstützer*innen:

Robert von Olberg, Vorsitzender der SPD Münster
Sophie Kauffeld
Karim El Isa
Marius Herwig, Ratsherr Münster
Magdalena Heinevetter
Nico Lindemann, Vorstandsmitglied SPD Münster
Sarah Weiser, Vorstandsmitglied SPD Münster
Laura Maxellon
Christine Kornblum
Tim Kornblum
Heike Strunk
Philip Breder, Vorstandsmitglied SPD Münster
Betina Borggraefe
Julius Overmeyer, Beisitzer Vorstand Jusos Münster
Mathis Bräker
Othman Abu Shelbayeh, stellv. Sprecher Jusos Münster
Sude Akcicek
Benjamin Wenkers
Tim Kischel
Philipp Wiesmann
Gerhard Limpert
Martin Honderboom
Klaus-Uwe Koch
Christina Rentzsch, Vorsitzende OV Münster-Mitte



zurück
Berichten Sie darüber:
  • bei twitter
  • bei facebook
  • bei delicious
  • bei digg
  • bei google
  • bei webnews
  • bei Mister Wong
  • versenden
Ihr Name

Ihre Mailadresse:
Name des Empfängers
Empfänger-Adresse
Nachricht für den Empfänger
Sicherheitsfrage:Bitte tragen Sie das Ergebnis der folgenden einfachen Rechnung ein: 21 + 3 =



ASF auf Bundesebene