18.10.2017

CDU verlässt den Münster-Konsens

Der Henriette-Hertz-Weg wird in Mecklenbeck vorerst nicht verwirklicht
„Das ist beschämend für Münster“, so bewertet Anneka Beck, Vorsitzende von Münsters SPD-Frauen, den von CDU und FDP in der Bezirksvertretung West herbeigeführten Beschluss: Eine Straße im Mecklenbecker Neubaugebiet „Beresa“ wird nicht nach einem weiblichen Opfer der NS-Herrschaft „Henriette-Hertz-Weg“ genannt. Die Stadtverwaltung hatte vorgeschlagen, dort vier neue Straßen nach Münsteranerinnen zu benennen, die von den Nationalsozialisten verfolgt und z. T. getötet worden waren. Damit setzte die Verwaltung einen Beschluss der Bezirksvertretung um, Straßen im Stadtbezirk West bis auf Weiteres nach Frauen zu benennen, weil bislang die Straßen dort fast ausschließlich nach Männern benannt wurden. CDU und FDP wollten diesen Mehrheitsbeschluss nicht mittragen und setzten deshalb durch, dass eine Straße des Neubaugebiets nach dem Mecklenbecker Reinhard Klose benannt wird. Beck kommentiert: „Die CDU verlässt den Münster-Konsens. Was wollen neun Männer von CDU und FDP nun damit erreichen, dass sie verweigern, die Straße nach einer jüdischen Frau zu benennen? Bestenfalls ist es männliches Imponiergehabe. Oder ist es ein Vorgeschmack darauf, wie die CDU nun ihr konservatives Profil schärfen will?“ Mit den Worten "Unseren jüdischen Schwestern gilt unsere besondere Solidarität." erinnert Beate Kretzschmar (SPD-Fraktionsvorsitzende in der BV West) auch an die Verfolgung und Ermordung von Sozialdemokratinnen und zeigt sich erschrocken über das Diskussionsniveau von CDU/FDP in der Bezirksvertretung



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