08.03.2015

Bild: Textilmuseum2015
Am internationalen Frauentag informierten sich interessierte Frauen auf Einladung der ASF gemeinsam mit Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson über die Geschichte der Textilindustrie im Münsterland.

SPD Frauen besuchen Textilmuseum

Gemeinsamer Ausflug anlässlich des internationalen Frauentags
Weben ist Männerarbeit. Schon an den häuslichen Webstühlen waren Frauen die Ausnahme, und das ist auch an den heutigen Hochleistung-Webmaschinen so. Die Besucherinnengruppe im Textilmuseum Bocholt staunte: war sie doch auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen am Internationalen Frauentag gekommen, um sich über Frauenarbeit zu informieren. Frauen waren für die Zuarbeiten zuständig, wurde ihnen erklärt: für das Spinnen des benötigten Garns, für die Vorbereitung des Webstuhls, d.h. für das mühsame, weil äußerst präzise Aufspannen hunderter, ja tausender Fäden. In der 1½ stündigen Führung erhielten die Besucherinnen gemeinsam mit Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson einen Einblick in die Arbeit einer Weberei und in die technische Entwicklung der Webmaschinen. Die älteren Geräte wurden mit ihrem ohrenbetäubenden Lärm vorgeführt, aber auch moderne computergesteuerte Modelle, deren Produktivität mehr als das 1000fache erreicht.
Besonders beeindruckt waren die Besucherinnen von der Schilderung der schlimmen Arbeitsbedingungen in den Anfangszeiten der textilen Industrialisierung: elend lange Arbeitszeiten, äußerst harte Akkordvorgaben, Gefahr durch ungesicherte Maschinen, dazu massive Gesundheitsbeeinträchtigungen durch eingeatmeten Stoffstaub und krankmachender Lärm. „Wie heute in Bangladesh!“ Dieser Vergleich drängte sich nicht nur bei Ratsfrau Doris Feldmann auf.
Weil es noch keine oder kaum soziale Absicherung gab, war Solidarität überlebenswichtig. Dazu gehörte gegenseitige Hilfe bei der täglichen Arbeit, denn jeder Fehler, jede Produktionsunterbrechung bedeutete Lohnverlust. Auch bei Krankheit gab es kein Geld. Im „Sozialraum“ hängt eine große Tafel: hier wurden die Namen der Kranken aufgeschrieben, damit sie Besuch bekamen und ein wenig Geld, das die Belegschaft für sie gesammelt hatte.
Viele Jahre war die Textilindustrie wichtigster Wirtschaftszweig im Münsterland. Ihr Niedergang begann Ende der 1970er Jahre mit der Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer. Tausende Frauen und Männer verloren ihre Arbeit, von der heute 30 historische Maschinen und viele Alltagsgegenstände im Textilmuseum Bocholt Zeugnis geben.



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