13.11.2012

Bild: RuF
Marianne Hopmann und Gracia Holzwarth

AsF-Veranstaltung zu „Frauen und Rechtsextremismus“

Die hierzu eingeladene Referentin hielt einen Vortrag zu Nazi-Frauen im „Dritten Reich“ und in der Nachkriegszeit sowie über Mädchen und Frauen in der heutigen rechtsextremistischen Szene. Anschließend fand eine sehr lebhafte Diskussion mit allen Teilnehmerinnen statt.
Die beiden Organisatorinnen bekamen auf ihren Vorschlag, einen Arbeitskreis zu diesem Thema einzurichten, eine gute Resonanz, so dass daran weiter gearbeitet werden kann.

Frauen und Mädchen werden in der rechten Szene nicht wahrgenommen – nicht von außen und kaum von innen. Die Medien interessieren sich nicht für sie, und wenn, dann schieben sie sie in die Opferrolle. Und doch sind die Zeiten vorbei, in denen Frauen nur über Verliebtsein in die rechte Szene gerieten und nur im Hintergrund Alltagsdienste leisteten. Sie sind bei Aufmärschen und Demos in der ersten Reihe und halten Reden. Beliebte Themen sind z.B. „Todesstrafe für Kinderschänder“, „Bessere Bildung für deutsche Kinder“ – die Beteiligung von Frauen steigt und wird sichtbarer. Auch bei Übergriffen sind sie dabei: Mitte der 90er Jahre lag die Beteiligung von Frauen an fremdenfeindlichen Straftaten bei 4,8 %; im Jahr 2000 registrierte das thüringische Innenministerium 10 % derartiger Straftaten, die von Frauen ausgingen. Der Anteil von Frauen in den rechtsextremen Parteien liegt zwischen 7 und 19 %, in den Vorständen im Durchschnitt bei 20 %. Gewählt werden diese Parteien zu 1/3 von Frauen, zu 2/3 von Männern. In den extrem rechten Qliquen und subkulturellen Organisationen finden sich schätzungsweise ¼ bis 1/3 Frauen: „Tendenz steigend“

Es gibt eigenständige Frauenorganisationen und Skingirl-Freundeskreise, bundesweit organisiert, mit internationalen Kontakten, um den Frauen Zusammenhalt und gemeinschaftsfördernde Treffen zu bieten sowie politische Schulungen, u.a. zur germanischen Mythologie, mit dem entsprechenden Frauenbild: gleichwertig, aber nicht gleichartig, Mutterschaft als biologischer Bestimmung. Frauen geben rechte Magazine, „Fanzines“, heraus, in denen sie deutlich machen, dass „Emanzipation (in) keiner Weise mit den Werten einer weißen Frau übereinstimmt“ und „alte Werte zählen“ - mit dem Ziel, „dass wir es vielleicht einmal auf die Reihe bekommen, bei uns weiblichen Wesen so was wie eine NS Frauenschaft II aufzubauen“. Geschrieben wird über Musik, politische Themen, Aktionen und Kultur sowie heroische Frauengestalten der NS-Geschichte mitsamt ihren Leitsätzen über die Frau in der Familie. Sie sind Liedermacherinnen oder gründen Bands und verbreiten darüber ihre rechtsextremistische, rassistische, antisemitische, nationalistische Ideologie mit Parolen wie „Zusammen werden wir kämpfen unter einer Fahne. Zusammen werden wir sterben unter der deutschen Fahne“, „Das Weib ist des Mannes Ehre“– nicht dass sie wirklich anerkannt wären in der männlich bestimmten, sexistischen RechtsRock-Szene. Durch ihre Aktivitäten und eigenständigen Strukturen setzen sie sich aber von den älteren Frauen der rechtsextremen Szene ab, sie modernisieren sich und wollen sichtbarer werden.
(Nachzulesen in: „Braune Schwestern?“ Hrsg. v. Antifaschistisches Frauennetzwerk/ Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus. Münster: Unrast 2005)

Wer an diesem Thema weiter arbeiten möchte, kann sich gern für den geplanten Arbeitskreis „Frauen und Rechtsextremismus“ im Büro melden: Tel. 0251-77099!




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