16.07.2008

Bild: Hopmann-Borns

ASF-Salonabend -„Individuelle Förderung“ von Kindern und Jugendlichen und „Kommunale Bildungs-landschaft

Zum vierteljährlichen Salonabend von Münsters Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen/ASF begrüßte die Vorsitzende Gertrud Sparding ein interessiertes Publikum zum Thema Bildung. Insbesondere zwei aktuell viel beschworene Begriffe sollten näher beleuchtet werden: „Individuelle Förderung“ von Kindern und Jugendlichen und „Kommunale Bildungs-landschaft“.

So erläuterte Rixa Borns, Rektorin der Matthias-Claudius-Grundschule, dass der Begriff „individuelle Förderung“ für die Grundschule eigentlich einen falschen Schwerpunkt setzt, da sich die wissenschaftliche Erkenntnis durchgesetzt habe, dass Kinder am besten von- und miteinander lernen. Es gehe also eher um „kooperatives Lernen“. Dazu gibt es verschiedene Methoden, die im Bereich der Grundschule inzwischen durchgehend angewandt werden. Die Grundschulen mussten sich – mit den größer werdenden Klassen und vielen Kindern aus verschiedenen Nationen – bereits seit langem neuen Methoden zuwenden, um auf die verschiedenen Begabungen und Lernniveaus der Schulkinder eingehen zu können und alle gleichermaßen zu fördern; denn so Rixa Borns: „Die Grundschule ist schließlich die einzige wirkliche Gesamtschule in unserem Land, in der tatsächlich alle Kinder gemeinsam unterrichtet werden.“ Nun gilt es, diese Methoden auf die weiterführenden Schulen zu übertragen.

Irmgard Grieshop-Sander, Referentin für die Offene Ganztagsschule im Landesjugendamt, erklärte den Begriff „Kommunale Bildungslandschaft“ und berief sich auf den 12. Kinder- und Jugendbericht, der schon vor einigen Jahren betonte: „Bildung ist mehr als Schule“. Es gebe „keine kalkulierbare Bildungskarriere mehr“ für junge Menschen. Zukünftig seien neben schulischer Bildung verstärkt Kompetenzen wie z.B. Lebensbewältigungskompetenz der Schlüssel für individuelle Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen.
Gelingende Bildungsprozesse können nur im Zusammenspiel aller bildungsrelevanten Institutionen, die mit dem Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen zu tun haben, bewältigt werden. Im Mittelpunkt aller Bemühungen sollte eine möglichst optimale, den individuellen Bedürfnissen entsprechende Förderung von Kindern und Jugendlichen stehen. In einer „gelungenen“ kommu-nalen Bildungslandschaft, deren Steuerung in kommunaler Verantwortung liegen sollte, sind Eltern und Familien als zentrale Partner von Anfang an zu beteiligen. In Münster wird mit dem Ablauf des Modellprojektes „Selbstständige Schule“, als eine von 19 beteiligen Bildungs-regionen in NRW, das Bildungsnetzwerk in der Bildungsregion Stadt Münster weiterentwickelt und ausgebaut.

Als Fazit einer angeregten Diskussion stellte die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, Marianne Hopmann, fest: „Auf jeden Fall muss mehr Geld ins Bildungssystem fließen, damit kleinere Klassen gebildet – bzw. wie in Norwegen zwei Lehrkräfte eine Klasse betreuen – und alle Kinder so gefördert werden können, dass sie einen Schulabschluss und die Befähigung zu einer Berufsausbildung erhalten.“




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