Geflüchtete auf der politischen Agenda

Veranstaltungsreihe Migration & Flucht – Frauen im Fokus

Anlässlich der Wochen gegen Rassismus laden die SPD-Frauen am Dienstag, den 23. März alle Interessierten zur Teilnahme an der Veranstaltungsreihe „Migration & Flucht – Frauen im Fokus“ ein.

In der digitalen Sitzung möchten wir gemeinsam mit zwei Referentinnen der Seebrücke Münster, Lisa Kapteinat, MdL, und Ratsfrau Doris Feldmann über den Umgang mit Geflüchteten in Bund, Land und der Stadt Münster diskutieren. Wir sprechen über den aktuellen Stand zum „Sicheren Hafen“ in Münster. Was muss die Stadt Münster oder das Land NRW unbedingt besser machen, damit wir beispielsweise weitere Tote auf dem Mittelmeer verhindern können? Wie können wir uns mit Geflüchteten solidarisieren? Wie geht die Stadtgesellschaft mit Geflüchteten um? 

Die Situation im Mittelmeerraum, zuletzt auch leider deutlich geworden auf den griechischen Inseln, ist untragbar. In den meisten Fällen sind es auch vor allem die Frauen und Kinder, die unter der Krise mit am stärksten leiden. Als Gesellschaft müssen wir weiter an Lösungen arbeiten, wie diesen Menschen geholfen werden kann. Die Initiative „Sicherer Hafen“ leistet dabei einen großartigen Beitrag. Es macht mich froh zu sehen, wenn Gemeinde, Städte und Kommunen sich auf diese Weise mit geflüchteten Menschen solidarisieren. Aber auch als Land NRW müssen wir geeignete Bedingungen schaffen. Ich freue mich darauf, dort ins Gespräch zu kommen und die Sichtweise der Landespolitik darzustellen“, so die Landtagsabgeordnete Lisa Kapteinat zu der Veranstaltung.

Der Veranstaltungsreihe zum Zuhören, Informieren, Nachfragen und Diskutieren folgen noch zwei weitere Themenabende, mit Referentinnen aus Wissenschaft und Praxis. Interessierte erhalten unter E-Mail tanja.andor@spd-muenster.de den Zoom-Link zur digitalen Teilnahme an der Veranstaltung und weitere Informationen.

Münsters SPD-Frauen zum Internationalen Frauentag

Laut UNHCR waren 2020 über 80 Mio. Menschen weltweit auf der Flucht vor Menschenrechtsverletzungen, Konflikten, Gewalt und Verfolgung. Der Anteil von Frauen unter Flüchtenden ist steigend. Sie fliehen aus ihren Heimatländern auch aus geschlechtsspezifischen Fluchtursachen und sind sowohl auf der Flucht als auch den Asylen erheblichen Risiken ausgesetzt.

Zum diesjährigen Internationalen Frauentag setzen die SPD-Frauen mit ihrer Veranstaltungsreihe „Flucht und Migration – Frauen im Fokus“ deshalb diesen besonderen Schwerpunkt. „Wir freuen uns über die tolle Resonanz, rund 40 Interessierte folgten am Donnerstagabend unserer Einladung und schalteten sich zum virtuellen Auftakt der Veranstaltungsreihe ein.“ so Dr. Tanja Andor, Frauenbeauftragte und Vorsitzende der SPD-Frauen Münster.

Zuverlässige Wissensgrundlagen schaffen, zu diesem gesellschaftlich wichtigen und häufig kontrovers diskutierten Thema, war ein Ziel der Gastgeberinnen. Hierzu luden sie die Expertinnen der GGUA Flüchtlingshilfe ein. Katrin Hermsen und Hêvron Ala erläuterten die verschiedenen Stationen eines Asylverfahrens in Deutschland, klärten fundiert über Rechtsgrundlagen und ihre konkrete Umsetzung auf und gingen auf die besonderen Situationen und Probleme von Frauen ein. Die anschließenden Fragen und Diskussionsbeiträge brachten große Solidarität und Handlungsbedarf zum Ausdruck. So unterstützte Kerstin Spriesterbach, Berliner SPD-Politikerin, dass besonders im Bereich Familiennachzug die Bedingungen erheblich verbessert werden müssen, denn – so machte auch Hêvron Ala, GGUA in ihrem Vortrag deutlich: „Familien gehören zusammen. Oder?“ Stattdessen sind die aktuellen Hürden beim Familiennachzug zu hoch, die Beantragung langwierig und setzt Familien, zumeist Frauen und ihre Kinder, erheblichen Gefahren aus. So müssen beispielsweise Frauen aus Afghanistan für die Beantragung mit ihren Kindern zur deutschen Botschaft nach Pakistan oder Indien reisen.

Kritisch diskutiert wurden außerdem die in NRW, gemeinsam mit Bayern, außerordentlich langen Verweildauern in den Zentralen Unterbringungseinrichtungen des Landes mit den Rahmenbedingungen, zu denen eine minimale Gesundheitsversorgung und fehlende Beschulung von Kindern- und Jugendlichen gehören. Absolut erforderlich sind Unterkünfte, die insbesondere Frauen und Mädchen ausreichenden Schutz und Rückzug bieten sowie frühe Beratungs- und Förderangebote. Die drei nachfolgenden Veranstaltungen der Themenreihe geben Gelegenheit das Begonnene zu vertiefen und über weitere Aspekte, z.B. die politische Partizipation und Selbstorganisation von Migrant*innen, zu sprechen (Infos: Tanja.Andor@spd-muenster.de).